Augenoperation

Glaukomoperation (Trabekulektomie)

Sind eine medikamentöse Therapie und Laserbehandlung nicht erfolgreich, ist eine Operation indiziert. Dabei wird im Bereich des Trabekelmaschenwerks (Hauptabflussstruktur, lockeres, schwammartiges Gewebe in der Kammerwinkelbucht) eine Öffnung der Vorderkammer angelegt, d.h. es wird ein künstlicher Abflussweg für das Kammerwasser geschaffen.

Kataraktoperationen

Bei der Kataraktoperation wird heutzutage vor allem die sogenannte extrakapsuläre Kataraktextraktion angewandt. Dabei wird die Linsenkapsel im Auge belassen und nur der Linsenkern und die Linsenrinde entfernt. Dies erfolgt meist mit Hilfe eines Ultraschalls, der diese Teile zertrümmert, der Linsenkern und die weichen Rindenteile werden mit einem Saug- Spül-Verfahren abgesaugt. In den verbleibenden Kapselsack wird eine künstliche Linse (Hinterkammerlinse) implantiert.

Nur in seltenen Fällen kommt es nach der Operation zum sogenannten „Nachstar“, dieser entsteht durch die Trübung der hinteren Linsenkapsel. Einige Wochen oder Monate nach der Operation kann mit Hilfe eines Lasers das Zentrum der Kapsel geöffnet werden, ohne dass sich die künstliche Linse lockert.

Schieloperationen

Bei der Behandlung des offensichtlichen Schielens (Strabismus) bei Kleinkindern wird zunächst eine Okklusionsbehandlung (Abdeckung des stärkeren Auges) durchgeführt, um die Sehschärfe des schwächeren Auges zu verbessern. Daran schliesst sich im Vorschulalter eine Operation an. Dabei wird der zu stark wirkende Muskel geschwächt, indem sein Ansatz zurück verlagert wird. Der zu schwache Muskel wird verkürzt.

Laser (refraktive Chirurgie)

Die angewandten Methoden zur Änderung der Korrektur am Auge sind die PRK (Photorefraktive Keratektomie) und die LASIK (Laser- in- situ Keratomileusis).

Bei der PRK wird die Oberfläche der Hornhaut durch schichtweises Abtragen mit dem Excimerlaser bis zum Erreichen der gewünschten Brechkraft modelliert (Kurzsichtigkeiten bis -6.00 dpt, Übersichtigkeiten bis +3.00 dpt). Nachteile sind mögliche Hornhautnarben und Schmerzen durch die freigelegten Hornhautnerven, bis sich das Epithel (äusserste Schicht der Hornhaut) wieder regeneriert hat. Postoperativ treten oft Schmerzen und Narbenbildung auf, aufgrund dessen diese Methode heute nur noch wenig Anwendung findet.

Die inzwischen am häufigsten angewandte Methode ist heute die LASIK. Bei der LASIK wird vor dem Abtragen der Hornhaut zuerst ein dünnes Hornhautscheibchen abgetrennt und zurückgeklappt. Danach wird das innere Gewebe der Hornhaut mit dem Laser abgetragen. Anschliessend wird das Scheibchen der Hornhaut wieder aufgelegt. Der Patient hat bereits am ersten Tag nach der Operation ein gutes Sehvermögen und geringe Schmerzen (Kurzsichtigkeiten bis -10.00 dpt, Weitsichtigkeiten bis +4.00 dpt, Hornhautverkrümmung bis zu 3.00 dpt).

Es ist dennoch nicht auszuschliessen, dass das Sehen wieder schlechter wird und weiterhin Brille oder Kontaktlinse getragen werden muss. Eine Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) kann nicht korrigiert werden.

Informieren Sie sich im Vorfeld sehr genau über Kosten, Komplikationen, Prognosen, Konsequenzen bei Nichterfolg und auch über die von Ihnen ausgewählte Augenklinik! Im Internet finden sich viele Foren, in denen sich die Betroffenen miteinander austauschen.

Implantate

Bei der Implantation wird eine künstliche, sogenannte intraokuläre Linse ins Augeninnere eingesetzt, d.h. zusätzlich zur natürlichen Linse, die im Auge belassen wird. Die natürliche Linse bleibt damit unangetastet. Zwei Verfahren der Implantation werden heutzutage angewandt:

Die erste Methode ist die Implantation einer an der Iris fixierten Linse in die Vorderkammer (vor der Iris liegend) nach dem Wäscheklammerprinzip oder die zweite Methode die Implantation einer Linse in die Hinterkammer (hinter der Iris liegend). Es handelt sich um ein reversibles Verfahren, d.h. die künstliche Linse kann jederzeit wieder herausgenommen werden. Die Entscheidung , ob überhaupt eine künstliche Linse implantiert werden kann, hängt davon ab wie viel Platz im Augeninneren vorhanden ist, damit die künstliche Linse das Auge nicht schädigen kann.

Kurzsichtige Augen (Myopie) haben meistens einen längeren Augapfel als normale Augen, dies wirkt sich auch auf die Vorderkammertiefe aus. Myope erfüllen damit die anatomischen Voraussetzungen für eine Implantation besser als übersichtige Augen (Hyperopie). Hyperope Augen sind generell kürzer und enger gebaut und erfüllen deshalb die anatomischen Bedingungen seltener.

In manchen Fällen kann weder die Lasermethode noch die Implantation einer zusätzlichen Linse durchgeführt werden. Der vollständige Ersatz der vorhandenen natürlichen Linse kann durch eine künstliche Linse vorgenommen werden, quasi eine frühzeitige Kataraktoperation, bei der nicht die Entfernung der trüben Linse im Vordergrund steht, sondern der Ersatz der natürlichen Linsen zur Behebung einer ansonsten nicht zu korrigierenden Fehlsichtigkeit.

Transplantat

Die Hornhaut (Cornea) ist das „Fenster des Auges“. Jede Veränderung der Transparenz führt zwangsläufig zu einer Verschlechterung des Sehvermögens. Die häufigsten Gründe sind eine Eintrübung der Hornhaut infolge von Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze, eine Hornhautverdünnung, Verletzungen, Verätzungen oder angeborene Erkrankungen (z.B. Keratoconus).

In manchen Fällen hilft dann nur noch eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik). Die erkrankte, eingetrübte Hornhaut wird entfernt und durch das klare Hornhautscheibchen eines Spenders ersetzt. Das Transplantat wird mit einem Nylonfaden mit 4 Einzelknüpfnähten fixiert. Danach wird in der Regel eine doppelt gekreuzte diagonale Naht genäht. Die Einzelknüpfnähte werden am Ende der Operation wieder entfernt.

Der Eingriff wird entweder in örtlicher Betäubung oder in Narkose durchgeführt und dauert etwa 45 Minuten. Die Entfernung des ersten Fadens wird frühestens 4 bis 6 Monate, die des zweiten Fadens frühestens 12 bis 18 Monate durchgeführt. Nach einer erfolgreichen Transplantation muss meistens eine formstabile Kontaktlinse angepasst werden, um eine optimale Sehschärfe zu erhalten.

Die Keratoplastik ist die älteste Transplantation und auch die häufigste. Allein in Deutschland bekommen etwa 3000 bis 4000 Patienten im Jahr eine Spenderhornhaut. Die Chance auf eine erfolgreiche Verpflanzung ist zwar höher als bei den meisten Organtransplantationen, trotzdem sind Abstossungsreaktionen immer noch das Hauptproblem. Obwohl die Hornhaut keine Blutgefässe besitzt und dadurch eine günstige Voraussetzung für die Akzeptanz des Spendermaterials darstellt, treten bei 18% der Fälle in den ersten drei Jahren häufig Abstossreaktionen auf. Eine gute Möglichkeit zur Verbesserung der Prognose bietet das sogenannte HLA- Matching, d.h. man sucht für den Empfänger ein Spendergewebe, das mit seinen persönlichen Gewebsmerkmalen möglichst genau übereinstimmt.

Für mehr Informationen: Universitäts-Augenklinik Freiburg im Breisgau

Crosslinking

Beim Crosslinking handelt es sich um eine sogenannte Vernetzungsbehandlung der Augenhornhaut. Dabei wird die biomechanische Festigkeit des Hornhautgewebes durch Riboflavin (Vitamin B2) und UV-Strahlung verstärkt.
Diese Art der Gewebsverstärkung wird bereits seit Jahren in der Orthopädie, bei Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen und in der Herzchirurgie angewandt.
Am Auge wird diese therapeutische Behandlung vor allem bei Betroffenen mit Keratoconus, aber auch bei Patienten mit einer Hornhautverdünnung nach einem Augenlasereingriff, eingesetzt.

Das Riboflavin absorbiert die UV-Strahlung und verhindert dadurch, dass Licht in tiefere Schichten des Auges eindringt und Schäden verursacht. Zudem setzt das Riboflavin reaktionsfreudige Sauerstoffverbindungen frei, die für die Quervernetzung die nötige Energie liefern.

Die Behandlung wird ambulant durchgeführt und dauert etwa zwei Stunden.
Graphik Crosslinking EM 480
Graphik: Elisabeth Muckenhirn

Wichtig zu wissen:

  • Für den Eingriff ist nicht nur eine bestimmte Hornhautdicke notwendig, sondern auch die Hornhautfestigkeit entscheidend.
  • Das Crosslinking wird nur dann angewandt, wenn sich der Keratoconus über einen längeren Zeitraum in einem progressiven Stadium befindet.
  • Durch ein Crosslinking kann ein Keratoconus nicht geheilt werden, aber das Fortschreiten kann verlangsamt oder gestoppt werden.
  • Nach der Behandlung ist es weiterhin notwendig die optimale Sehschärfe mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen zu korrigieren.

Für mehr Informationen: Universitäts-Augenklinik Freiburg im Breisgau

Adresse

Hecht Contactlinsen GmbH
Dorfstrasse 2-4
79280 Au bei Freiburg
Baden-Württemberg
Deutschland
Tel. +49(0)761 40105-0
Fax +49(0)761 40105-22

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