Kontaktlinsen im Sport

Schneller, höher, weiter? Kontaktlinsen sind im Sport ein unentbehrlicher Partner nicht nur für gutes Sehen, sondern auch für die notwendige Bewegungsfreiheit und ein uneingeschränktes Gesichtsfeld.

Der Sportler braucht in jedem Fall die Sicherheit, dass die Linsen auch bei extremen Bewegungsabläufen (Tischtennis, Fallschirmspringen, etc.) nicht verrutschen oder auch im Staub (Klettern, Reiten, etc.) Irritationen auslösen.

Gerade dann, wenn es um Schnelligkeit (Eishockey, Sprint, etc.) oder Ausdauer (Marathon, Triathlon, etc.) geht, braucht es eine gute Sehschärfe, um Entfernungen oder unterschiedliche Kontraste zu beurteilen. Auch das dynamische Sehen ist in bestimmten Sportarten (Ballsportarten) sehr bedeutend, z.B. beim Einschätzen des Flugverhaltens eines Balles.

Ausdauer

Bei allen Ausdauersportarten (z.B. Marathon, Triathlon, Radsport) und höherem Sauerstoffbedarf ist eine formstabile Kontaktlinse in einem hoch sauerstoffdurchlässigen Material sinnvoll.

Bei diesen Sportarten kommt es zu einem hohen Stoffwechselumsatz im Körper. Es kann nicht so viel Sauerstoff aufgenommen werden, wie der Körper tatsächlich benötigt. Deshalb stellt der Stoffwechsel auf eine Energiegewinnung ohne Sauerstoff um (anaerober Stoffwechsel). Der anaerobe Stoffwechsel erzeugt die Energie zwar schneller, allerdings mit einer starken Milchsäurebildung und einem höheren Zuckerverbrauch. Nicht nur im Körper kommt es zu einer stärkeren Milchsäurebildung, sondern auch in der Hornhaut. Die Kontaktlinse vermindert die Aufnahme von Sauerstoff, als auch die Abgabe der Milchsäure, dies in Abhängigkeit der Sauerstoffdurchlässigkeit des jeweiligen Kontaktlinsenmaterials. Je weniger gasdurchlässig ein Kontaktlinsenmaterial und je höher die Milchsäurebildung in der Hornhaut ist, desto eher kann sich die Hornhaut eintrüben. Es kommt zu einem vorübergehend schlechten Sehen. Bei Kontaktlinsenträgern, die Triathlon ausübten, fand man 2 Stunden nach dem Wettkampf, immer noch eine Veränderung der Hornhaut.

Ballsport

Formstabile und weiche Kontaktlinsen sind in allen Sportarten, bei denen schnelle Blickbewegungen durchgeführt werden, empfehlenswert (z.B. Eishockey, Tischtennis, Handball).

Sollten sich die Kontaktlinsen bei der sportlichen Aktivität häufig verschieben, dann informieren Sie Ihren Kontaktlinsenfachmann. Möglicherweise kann die Anpassung der Kontaktlinse noch optimiert werden.

Bei allen Ballsportarten, insbesondere beim Squash, ist die Gefahr gross, einen Ball ins Auge zu bekommen. Tragen Sie bei solchen Ballsportarten immer eine Schutzbrille.

Wintersport / Bergsport

Wintersport und Kontaktlinse ist eine besondere Herausforderung: trockene Luft, erhöhte UV-Strahlung und Sauerstoffmangel verursachen im Gebirge spezifische Augenprobleme.

Im Winter und in den Bergen sinkt die Luftfeuchtigkeit erheblich. In 2000m Höhe beträgt die Luftfeuchtigkeit nur noch 50% des Wertes auf Meereshöhe. Die Trockenheit äussert sich am Auge durch Brennen, Juckreiz, Rötung und ein Sandgefühl. Abhilfe schaffen hier Benetzungstropfen.

Nicht nur das Gehirn und die Lungen reagieren auf Sauerstoffmangel, sondern auch das Auge und die Lider. Es kommt zu einer Flüssigkeitsansammlung (Ödem) und damit zur Quellung im Gewebe. Ab 5000m reagiert die Hornhaut des Auges, sie quillt auf und wird trüb. Der Betroffene sieht unscharf und kann farbige Lichtkränze erkennen. Über 5000m sind Kontaktlinsen nicht mehr gut verträglich. Einem Tag- und Nachttragen wird dringend abgeraten. Bei längeren Aufenthalten in über 2500m Höhe trocknen weiche Kontaktlinsen sehr schnell aus. Die Kontaktlinsenträger beklagen dann vor allem ein Fremdkörpergefühl. Bei zusätzlichem kalten Wind können weiche Linsen einfrieren. Aus diesem Grund tragen viele Bergsportler kleine, formstabile und hoch sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen.

Ab 5000m gefrieren nicht nur weiche Kontaktlinsen, sondern auch die dazugehörigen Pflegemittel. Bewahren Sie die Pflegemittel deshalb immer dort auf, wo es noch am wärmsten ist (z.B. Schlafsack, im hinteren Bereich des Rucksacks).

Die Intensität der Sonneneinstrahlung nimmt in der Höhe zu. Auf 1800m beträgt sie mehr als das Doppelte wie auf Meereshöhe. Durch die Reflexionen von Schnee und Eis verstärkt sich die Intensität zusätzlich. Das Auge reagiert auf Licht sehr empfindlich und jede Art von zu intensivem Lichteinfall schädigt das Auge relativ rasch (Hinweise für Sportler beim Kontaktlinsentragen).

Beim Klettersport hat man es häufig mit Staub und Sand zu tun, welcher sich leider auch unter die Kontaktlinse setzen und dadurch ein Fremdkörpergefühl auslösen kann. In einem solchen Fall sind vorrangig weiche Kontaktlinsen empfehlenswert, bei Trägern von formstabilen Kontaktlinsen kann eine Schutzbrille Abhilfe leisten.

Wassersport

Im Wassersport sind Kontaktlinsen der ideale Partner. Beim normalen Baden kann jede Art von Kontaktlinse getragen werden, wenn der Träger nur daran denkt, unter Wasser die Augenlider zu schliessen.

Trotzdem ist es sinnvoll, beim sportlichen Schwimmen eine Schwimmbrille zu tragen, weil aufgrund der Turbulenzen im Wasser die Kontaktlinsen verloren gehen können. Auch beim Sprung ins Wasser müssen die Augen geschlossen bleiben, um die Linsen nicht zu verlieren. Beim Surfen und dem unabsichtlichen Sturz ins Wasser schliesst man reflexartig die Augenlider. Allerdings kann man nie ausschliessen, dass beim Wassersport die Kontaktlinsen verschieben oder gar verloren gehen. Empfehlenswert sind beim Wassersport vorrangig weiche Kontaktlinsen, da hier die Verlustgefahr am geringsten ist. Aufgrund der erhöhten Keimbelastung in Hallenbädern und in freien Gewässern müssen die Kontaktlinsen anschliessend manuell gereinigt und desinfiziert werden, um Augeninfektionen vorzubeugen.

Kontaktlinsen im Tauchsport haben im Vergleich zu korrigierenden Tauchermasken grosse Vorteile. Auch hier muss man daran denken, unter Wasser die Augenlider möglichst zu schliessen, um die Linsen nicht zu verlieren. Der Verlust einer korrigierenden Tauchermaske bedeutet eine erhebliche Einschränkung des Fehlsichtigen. Als Kontaktlinsenträger ist man in einer solchen Situation voll handlungsfähig. Auch das Ausblasen der Tauchermaske ist mit allen Kontaktlinsen unproblematisch, da man dabei die Augen automatisch leicht zusammenzieht. Ein Taucher mit formstabilen Kontaktlinsen sollte auch beim Tauchgang nicht vergessen weiterhin zu blinzeln, damit der entstehenden Mikrobläschen im Tränenfilm unter der Kontaktlinse ausgespült werden können.

Hinweise für Sportler beim Kontaktlinsentragen

Sportler verbrauchen bei der aktiven Ausübung ihrer Sportart Energie. Die Körpertemperatur steigt um 2° bis 3° und der Sauerstoffbedarf nimmt zu, gleichzeitig wird der ph-Wert im Auge geringer. Diese Faktoren haben einen erheblichen Einfluss auf den Tränenfilm und damit auf die Verträglichkeit der Kontaktlinsen. Informieren Sie Ihren Kontaktlinsenfachmann über Ihre sportlichen Aktivitäten, um die Kontaktlinsen optimal auf Ihre Bedürfnisse abstimmen zu können. Die Anforderungen an eine Sportlinse sind im Allgemeinen höher, als bei einer „normalen“ Versorgung.

Aerober und anaerober Stoffwechsel

Aerober Stoffwechsel bedeutet Energie wird umgesetzt mit Hilfe von Sauerstoff. Diese Art der Energieversorgung ist bei Sportarten mit einer geringen Belastung relevant, wie z.B. Golfsport, langsames Schwimmen, Gehen, langsames Walken etc.

Eine weitere Form der Energiegewinnung ist der anaerobe Stoffwechsel und dieser findet ohne Sauerstoff statt. Beispiele für Sportarten mit hohem anaerobem Energieverbrauch sind Ausdauerläufe, Radsport, Langstreckenschwimmen, Triathlon, Tennis, Fussball etc. Bei diesen Sportarten kommt es zu einem hohen Stoffwechselumsatz im Körper. Es kann nicht so viel Sauerstoff aufgenommern werden, wie der Körper tatsächlich benötigt. Deshalb stellt der Stoffwechsel auf eine Energiegewinnung ohne Sauerstoff um. Der anaerobe Stoffwechsel erzeugt die Energie zwar schneller, allerdings mit einer starken Milchsäurebildung und einem höheren Zuckerverbrauch. Nicht nur im Körper kommt es zu einer stärkeren Milchsäurebildung, sondern auch in der Hornhaut. Die Kontaktlinse vermindert die Aufnahme von Sauerstoff, als auch die Abgabe der Milchsäure, dies in Abhängigkeit von der Sauerstoffdurchlässigkeit des jeweiligen Kontaktlinsenmaterials. Je weniger gasdurchlässig ein Kontaktlinsenmaterial und je höher die Milchsäurebildung in der Hornhaut ist, desto eher kann sich die Hornhaut eintrüben. Die Sehschärfe wird schlechter.

Pflege

Durch die sportliche Aktivität kommt es zu mehr Stoffwechselabfallprodukte und deshalb auch zu mehr Ablagerungen auf den Kontaktlinsen. Neben der täglichen manuellen Reinigung der Linsen sollten die Kontaktlinsen einmal wöchentlich intensiv gereinigt werden (Proteinreinigung). Sollten die Kontaktlinsen beim Schwimmsport getragen werden, ist es unerlässlich die Kontaktlinsen danach sorgfältig zu desinfizieren. In einem solchen Umfeld kommt es zu mehr Mikroorganismen, welche über das Auge und folglich in die Kontaktlinse aufgenommen werden.

Nachkontrolle

Durch den bereits angesprochenen intensiven Stoffwechsel und den stärkeren Ablagerungen auf den Kontaktlinsen ist es bei Sportlern empfehlenswert häufiger Nachkontrollen beim Kontaktlinsenfachmann durchführen zu lassen. Auch die Nutzungsdauer von Kontaktlinsen bei Sportlern ist häufig kürzer, da die Linsen meistens schneller ausgewechselt werden müssen.

Sonnenschutz

Kontaktlinsen (auch mit UV-Filter) bieten keinen ausreichenden Schutz gegen UV-Strahlen. Aus diesem Grund sollten alle, nicht nur Kontaktlinsenträger, besonders bei intensiver Sonnenstrahlung in der Höhe, eine Schutzbrille tragen. Die Intensität der Sonneneinstrahlung nimmt bekanntlich mit der Höhe zu. Auf 1800m beträgt die Einstrahlung mehr als das Doppelte als auf Meereshöhe. Schnee und die damit verbundenen Reflexionen verstärken diesen Effekt noch zusätzlich. UV-Strahlen können beträchtlichen Schaden anrichten und beispielsweise eine akute Reaktion der Hornhaut auslösen (Schneeblindheit). Diese Überblendung führt nach 6 bis 10 Stunden nicht nur zu starken Schmerzen, sondern auch zu Stechen, Brennen, Fremdkörpergefühl, Lichtscheu und intensiven Tränen. Da der Betroffene die Augen nicht öffnen kann, ist er wie „blind". Die akuten Schmerzen dauern etwa 6 bis 8 Stunden, nach 48 Stunden ist es meist abgeheilt. Kalte Kompressen und Benetzungstropfen lindern die Schmerzen.

Informieren Sie sich bei Ihrem Augenoptiker nach einer geeigneten Sonnenschutzbrille!

Trockene Luft / Staub

Staubpartikel (Kreidestaub bei Turnveranstaltungen), Sand beim Weitsprung oder allgemein beim Bergsport kann im ungeschützten Auge ein starkes Fremdkörpergefühl auslösen. Abhilfe schafft eine entsprechende leichte Schutzbrille. Sportliche Schutzbrillen mit Wechselscheiben können den aktuellen Lichtsituationen angepasst werden. Geeignete Filter sorgen zusätzlich für besseres Kontrastsehen und erhöhte Tiefenschärfe.

Welche Kontaktlinse bei welcher Sportart
KriterienSportartEmpfehlung
Halle Fechten, Volleyball formstabil oder weich
Wasser Schwimmen, Surfen vorrangig weich
Outdoor Feldhockey, Fußball formstabil oder weich
Winter Skisport formstabil
Ausdauer Marathon, Triathlon vorrangig formstabil
Schnelle Blickbewegungen Tischtennis, Basketball, Eishockey formstabil oder weich
Fahrtwind Skisport, Radsport, Basejumping vorrangig formstabil
Geografische Höhe Bergsteigen, Klettern formstabil
Klimaanlage / Heizung / Trockenheit Handball, Volleyball vorrangig formstabil
Staub / Sand Beachvolleyball, Reitsport, Motocross, Klettern weich

Adresse

Hecht Contactlinsen GmbH
Dorfstrasse 2-4
79280 Au bei Freiburg
Baden-Württemberg
Deutschland
Tel. +49(0)761 40105-0
Fax +49(0)761 40105-22

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