Wahrnehmung

Ein Vergleich zwischen der Funktionsweise des Auges und einer Kamera ist irreführend. Als Abbildung eines Objekts im Auge entsteht auf der Netzhaut ein stark verkleinertes, kopfstehendes Bild, welches erst durch die Leistung des Gehirns wahrgenommen werden kann.

„Wahrnehmen“ geschieht an zwei Stellen: Das Auge nimmt den optischen Sehreiz auf und wandelt ihn um in elektrische Signale. Diese werden dann im Gehirn in verschiedenen Arealen verarbeitet und gelangen so in unser Bewusstsein. Ohne das Seh-Gehirn, welches in unserem Hinterkopf liegt, könnten wir Gesehenes nicht erkennen, nicht erfassen und begreifen, es würde nicht in unser Bewusstsein gelangen. Das eigentliche Sehen geschieht also im Gehirn.

Zu dieser Verarbeitungsleistung des Gehirns gehört auch, dass die Wahrnehmung stark über eine Vielzahl von Annahmen interpretiert wird. Wenn sich etwas entfernt, wird nicht das Objekt kleiner, sondern lediglich sein Bild.

Die Interpretation der Bilder führt das visuelle System manchmal in die Irre – weil komplizierte Verarbeitungsschritte notwendig sind. Diese Illusionen werden bei optischen Täuschungen offensichtlich.

Sehimpulse laufen über den Sehnerv in die primäre Sehrinde im hinteren Teil des Gehirns.

Grundsätzlich lassen sich zwei grundlegende Verarbeitungswege unterscheiden. Zum einen gibt es den Was-Pfad, zum anderen den Wo-Pfad. Sie führen in verschiedene Gehirnbereiche.

Im Wo-Pfad wird analysiert, wo sich Objekte befinden, wie gross sie sind und in welchem Abstand zueinander sie stehen. Die Form der Objekte wird weniger bewertet.

Im Was-Pfad wird geklärt, welche Gegenstände das Auge sieht. Damit das Gehirn diese Objekte einordnen kann, muss es sie zuerst vom Hintergrund trennen. Dieser Teil des Gehirns spricht deshalb besonders auf Kanten und Übergänge an – Konturen lassen sich so schneller erfassen.

Durch Tiefe und Perspektive entsteht eine räumliche Wahrnehmung. Wenn beide Augen gleichberechtigt am Sehen teilnehmen und Informationen zum Gehirn weiterleiten, entsteht räumliches Sehen. Andernfalls würden die gesehenen Gegenstände flach wie aus Papier ausgeschnitten wirken.

Bewegte Objekte werden nur sehr grob einem Ort zugewiesen. Das Gehirn reagiert auf verschiedene Geschwindigkeiten. Wo die Bewegung stattfindet spielt dabei kaum eine Rolle.
Innerhalb von rund einer viertel Sekunde hat das Gehirn alle relevanten Informationen über das "Was" und "Wo" aus dem Bild gewonnen. Es wird ein Gesamteindruck gebildet und das Objekt wird wahrgenommen.

Tief im Gehirn, im Hippocampus, wird darüber entschieden, ob das Gesehene es wert ist, gespeichert zu werden. Zudem werden im Hippocampus die Objekte mit Assoziationen verknüpft. Beim Anblick von Schokolade denkt man gleich an den Geschmack der Schokolade ...

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