Allgemeine Erkrankungen

Einige allgemeine Erkrankungen haben einen mehr oder wenigen starken Einfluss auf das Auge und die damit verbundene Sehleistung. Hier finden Sie lediglich eine kleine Auswahl aus der Vielzahl der Krankheiten, die sich auf das Auge auswirken können.

Bluthochdruck

Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man, wenn der Druck in den Arterien krankhaft auf einen oberen (systolischen) Wert von über 140mm HG und einen unteren (diatolischen) Wert von über 90mm HG gesteigert ist. Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit und betrifft 25 - 35% der erwachsenen Bevölkerung, ab dem 70. Lebensjahr bei sogar 60 -70%.

Vor allem bei bereits vorhandenen Gefässerkrankungen, Nieren- und Herzschwäche ist ein Bluthochdruck angezeigt. Abgesehen davon sind begünstigte Faktoren: familiäre Neigung, Übergewicht, Bewegungsmangel, hoher Salzkonsum, hoher Alkoholkonsum und eine niedrige Kalziumzufuhr verantwortlich.

Hinweise auf einen zu hohen Blutdruck können sein: Schwindel, Kopfschmerz, Kurzatmigkeit, Nervosität, plötzliche Sehverschlechterung und eine spät auftretende Kurzsichtigkeit.

Bei akutem Bluthochdruck kommt es zudem zu: Übelkeit, Erbrechen, Taubheitsgefühl und Durchblutungsstörungen an Händen und Füssen, Nasenbluten, schwere Atemnot und ein Gefühl von Herzenge. Bei diesen Symptomen handelt es sich um einen Notfall. Bitte konsultieren Sie einen Notfallarzt, da die Gefahr eines Schlaganfalls besteht!

Folgende Veränderungen treten am Auge auf:
Direkte und dauerhafte Schäden am Auge (Blutungen, Schwellungen an der Netzhaut) treten nur beim sehr hohen Blutdruck auf. Durch den häufig leicht erhöhten Blutdruck werden aber langfristig die kleinen Blutgefässe des Auges geschädigt, die Sauerstoffversorgung des Gewebes wird eingeschränkt. So kann es zu einem Absterben der Sehnerven kommen, aber auch zu Gefässverschlüssen (Thrombosen) im Auge oder bei starker Schädigung sogar bis zur Erblindung führen. Auch ein grüner Star kann als Folgeerkrankung entstehen. Kommt es zu einem Gefässverschluss am Auge wird der Betroffene eine plötzliche Sehverschlechterung bemerken. Dies ist ein Notfall! Bitte konsultieren Sie einen Augenarzt in einer Augenklinik!

Hinweis: bei einem zu niedrigen Blutdruck ist es möglich, dass man etwas verschwommen sieht oder einem „schwarz vor Augen“ wird. Dies geht aber vorüber. Trinken Sie ein zuckerhaltiges Getränk oder ein nehmen Sie ein Bonbon, damit der Zuckerhaushalt wieder hergestellt ist.

Was Sie selbst tun können:

  • Trotz Aufklärung bemerken die Betroffenen oft nicht, dass Sie einen zu hohen Blutdruck haben, deshalb ist es umso wichtiger die Blutdruckwerte überprüfen zu lassen.
  • Sollten Sie unter Bluthochdruck leiden, dann ist es sehr empfehlenswert regelmässig einen Augenarzt aufzusuchen, damit der Augenhintergrund (Fundus) überprüft werden kann. Früherkennung ist dabei sehr wichtig!

Rheumatische Erkrankungen

Bei fast allen entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen kommt zu einer Beteiligung der Augen. Deshalb sollte jeder Betroffene auch einen Augenarzt konsultieren.

Bei der rheumatischen Arthritis kommt es häufig zu einer sogenannten Sicca- Symptomatik (lat. sicca = trocken). Dabei kommt es zu einer mangelhaften Benetzung der Bindehaut und Hornhaut, verursacht durch eine Instabilität des Tränenfilms und /oder einer verminderten Bildung von Tränenflüssigkeit. Augenbrennen, Fremdkörpergefühl („Sand in den Augen"), Augenrötungen und Augenentzündungen sind die Folge. Augenärzte verschreiben in diesen Fällen künstliche Tränen und Gels, die die Symptome lindern.

Eine weitere Erkrankung der Augen im Zusammenhang mit einer Arthritis ist die Skleritis (Entzündung der Lederhaut) und Episkleritis (Entzündung des „lockeren" Bindegewebes zwischen Lederhaut und Bindehaut). Es kommt zu einer Rötung der Sklera, bzw. Episklera und gegebenenfalls zu Augenschmerzen. Im Vergleich zur Sicca- Symptomatik kann die Therapie mit cortisonhaltigen Augensalben weiterhelfen.

Diabetes

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine Stoffwechselkrankheit, die viele Menschen betrifft und weltweit stark zunimmt. Bei dieser Stoffwechselerkrankung versagt die Steuerungsfunktion des Hormons Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und für die Regulierung der Zuckerkonzentration im Blut verantwortlich ist.

Insulin ist lebensnotwendig und nicht ersetzbar, denn es ist das einzige Hormon des Körpers, das den Blutzuckerspiegel konstant hält.

Man unterscheidet zwischen Typ1- und Typ2- Diabetes. Beim Diabetes mellitus Typ1 sind vor allem jüngere Menschen betroffen, die körpereigene Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse kommt vollständig zum Erliegen. Dies geschieht durch körpereigene Eiweisse (Antikörper), die die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstören.

Beim Diabetes mellitus Typ2 kann Insulin nicht mehr in ausreichender Menge gebildet werden oder die Wirkung des Insulins im Körper ist gestört, d.h. die Körperzellen sind „insulinresistent“. Die Hauptgründe für Diabetes mellitus Typ2 ist vor allem Übergewicht, zu hohe Kalorienzufuhr, Bewegungsmangel. Aus diesem Grund muss nicht nur der Blutzucker, sondern auch das Cholesterin und der Blutdruck kontrolliert werden. Eine gesunde Lebensweise und der Verzicht auf das Rauchen sind unabdingbar.

Folgende Veränderungen treten am Auge auf:

  • vorübergehende Sehstörungen, plötzliches Auftreten einer Kurzsichtigkeit im Erwachsenenalter bei rasch ändernden Blutzuckerspiegel (Grund: die Schwankungen führen zur Quellung oder Entwässerung der Augenlinse und damit zu Veränderungen in der Breckraft)
  • Entzündungen im Lidbereich, z.B. Gerstenkorn
  • Eintrübung der Augenlinse (grauer Star, Katarakt)
  • plötzlich auftretende Doppelbilder, die im Laufe der Zeit wieder verschwinden (Grund: Augenmuskellähmungen aufgrund von Durchblutungsstörungen)
  • Durchblutungsstörung der Netzhaut (diabetische Retinopathie), diese ist sehr kritisch, weil sie das Sehvermögen massiv bedroht
Je früher die Retinopathie entdeckt wird und behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Therapie

bei Netzhautveränderungen kann in bestimmten Fällen eine Laserbehandlung durchgeführt werden, in anderen Fällen wird medikamentös behandelt. Bei fortgeschrittener Erkrankung muss operativ der Glaskörper entfernt werden (Vitrektomie).

Was Sie selbst tun können:
  • Vermeidung von Übergewicht
  • Verzicht auf das Rauchen
  • regelmässige Bewegung
  • Einhalten der Diätempfehlungen
  • regelmässige Kontrolle des Blutzuckers und damit exakte Einstellung der Werte
  • Bluthochdruck und Cholesterin müssen gemessen und gegebenenfalls reguliert werden
  • Diabetiker sollten 1x im Jahr zum Augenarzt für eine Untersuchung des Augenhintergrunds

Multiple Sklerose

Bei der Multiplen Sklerose (MS) wird die Informationsübertragung der Nervenzellen im zentralen Nervensystem gestört. Was im Normalfall blitzschnell geht, funktioniert bei MS viel langsamer oder überhaupt nicht mehr. Schuld daran ist eine „Entgleisung“ des Immunsystems.

Häufig sind bei den MS Patienten die Augen betroffen, insbesondere bei den jüngeren Patienten, welche unter der schubförmigen MS leiden, kommt es zu einer Entzündung des Sehnervs hinter dem Augapfel (Opticusneuritis). In 20- 30% der Fälle ist die Opticusneuritis das 1. Symptom bei der Multiplen Sklerose.

Die Symptome beginnen meist einseitig: Schmerzen im Bereich des Augapfels, geweitete Pupillen, verschwommenes Sehen, Verminderung der Sehschärfe, schleichende Verschlechterung des Sehens, „Flusen- oder Mückensehen“ (mouches volantes), bei akutem Schub werden Schmerzen bei den Augenbewegungen wahrgenommen, Beeinträchtigung des Farbensehens, vorübergehende Doppelbilder, ungerade Linien, und das Springen der Buchstaben beim Lesen. Häufig werden auch einseitig unwillkürliche und ruckartige Augenbewegungen beobachtet (Nystagmus).

Bei einem Viertel der Betroffenen kann es zu einer Entzündung des Augeninnern (Uveitis) und zu entzündlichen Ablagerungen vor der Augenlinse kommen. Eine Folge der Uveitis ist das sogenannte Makulaödem, dabei kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula). Damit wird das Sehen massiv eingeschränkt.

Therapie

eine schnelle Wirksamkeit in der Akutbehandlung erreicht man mit Kortison und Medikamenten.

Marfan Syndrom

Beim Marfan-Syndrom handelt es sich um eine angeborene Gewebesschwäche.

Die Betroffenen haben einen schmalen Körperbau, überproportional lange Arme und Beine, feingliedrige Finger und Zehen, lange schmale Gesichter. Die Bewegung der Gelenke ist eingeschränkt und mit Schmerzen verbunden, dazu kommt, dass die Muskulatur schwach entwickelt ist.

Bei 70% der Betroffenen ist die natürliche Lage der Augenlinse verändert, oft wird ein Schlottern der Iris festgestellt und haben eine starke Kurzsichtigkeit (Grund: die Augenlinse ist an sogenannten Zonulafasern aufgehängt. Da aber die Fasern aus Bindegewebe bestehen und dies bei den Betroffenen geschwächt ist, kann sich die Augenlinse nicht mehr zentrieren. Die Augenlinse kann teilweise oder ganz aus ihrem Haltemechanismus herausrutschen (Subluxation, Luxation).

Dies entwickelt sich meist im Kleinkinderalter oder in der Pubertät. Später kann sie durch äusserliche Einwirkungen ausgelöst werden, z.B. durch Schläge auf den Kopf oder durch einen Sprung ins Wasser. Da die Verlagerung der Augenlinse selten bei anderen Krankheiten auftritt, ist sie ein wichtiges Merkmal zur Feststellung des Marfan- Syndroms.

Folgende weitere Veränderungen treten am Auge auf:
  • Schielen
  • eine vergrösserte Hornhaut
  • erhöhter Augeninnendruck
  • Plötzlich auftretende Sehprobleme (Blitze, Schatten) können ein Anzeichen für eine Netzhautablösung sein. Bitte konsultieren Sie sofort einen Augenarzt in einer Augenklinik!

Medikamente

Medikamente, die ärztlich verordnet wurden oder aber auch ohne ärztliche Empfehlungen eingenommen werden, können Auswirkungen auf die Augen und das Sehen haben.

Lesen Sie die Packungsbeilage der Medikamente immer aufmerksam durch und fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder Apotheker.

Antihistaminika

... sind Arzneimittel, die im Organismus die körpereigene Substanz Histamin aufheben oder abschwächen. Diese Medikamente werden vor allem bei allergischen Erkrankungen, Hauterkrankungen, Schlafstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Erkältungskrankheiten angewendet. Beim akuten Winkelblockglaukom dürfen diese Medikamente nicht eingenommen werden, da sie den ohnehin bereits stark erhöhten Augeninnendruck noch verstärken. Symptome wie stark eingeschränktes Sehen, Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind Anzeichen einer möglichen Erblindung und bedeuten einen Notfall!

Aspirin

Augenärzte empfehlen bei einer bevorstehenden Augenoperation auf die Einnahme von Aspirin zu verzichten, da sich Blutungen im Auge oder nach einem Trauma verstärken können.

Akne-Medikamente

Bei der Behandlung von Akne werden häufig Medikamente eingesetzt, welche nicht nur die Schleimhaut des Auges austrocknen. Symptome wie Trockenheitsgefühl, Fremdkörpergefühl, Rötungen, Brennen und sogar undeutliches Sehen können auftreten. Salben und Benetzungstropfen lindern die Symptome. Es gibt in der Aknebehandlung auch Medikamente, die eine Verfärbung der Sklera (Lederhaut) und anderer Körperteile (Haut, Zähne, Nägel) verursachen. Eine Absetzung des Medikamentes kann die Verfärbungen beheben.

Antidepressiva / Beruhigungsmittel

Diese Medikamente können vor allem zu trockenen Augen und damit zu Einschränkungen im Tragekomfort mit Kontaktlinsen führen. Auch kann es zu Schwierigkeiten bei der Nah- und Fernsicht kommen (Akkommodationsfähigkeit). Konsultieren Sie auf alle Fälle Ihren Augenarzt bei der Einnahme von Antidepressiva, wenn Sie einen erhöhten Augeninnendruck haben, um auszuschliessen, dass sich das Risiko eines akuten Winkelblockglaukoms erhöht.

Herzrhythmusstörung

Arzneimittel zur Behandlung von zahlreichen Herzrhythmusstörungen können eine Entzündung des Sehnervs hinter dem Augapfel (Opticusneuritis) verursachen. Deshalb ist es wichtig, dass die Betroffenen regelmässig einen Augenarzt aufsuchen.

Östrogene

... werden nach der Menopause eingesetzt, um den Hormonmangel auszugleichen. Dies hat häufig zur Folge, dass Kontaktlinsen schlechter vertragen werden. Linderung verschaffen Benetzungstropfen und die richtige Wahl des Kontaktlinsenmaterials und dessen Pflege.

Rheumatische Erkrankungen

Entzündungshemmende Medikamente, die z.B. bei der rheumatischen Arthritis oder bei der Lupuserkrankung angewandt werden, können in seltenen Fällen Netzhautprobleme, die das zentrale Sehen (Makula) beeinträchtigen, verursachen. Symptome, wie undeutliches Sehen, Beeinträchtigung des Farbensehens und schwarze Zonen im Bereich des Sehens werden beschrieben. Wird das Medikament allerdings richtig dosiert, kommt es selten zu Komplikationen.

Verhütungsmittel

... können Probleme mit den Augen verursachen. Sie können zu Veränderung des Tränenfilms führen und damit ein Trockenheitsgefühl verursachen.

Steriode

... werden bei Asthma oder nach Transplantationen als Entzündungshemmer eingesetzt. Werden Steroide über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann sich ein grüner Star (Glaukom) entwickeln. Auch ein grauer Star (Katarakt) ist durch die Einnahme der Steroide möglich. Der graue Star entwickelt sich meist im hinteren Bereich der Augenlinse.

Alkohol / Nikotin

Beim dauerhaften Alkoholkonsum werden die Augen immer in Mitleidenschaft gezogen. Eine Alkoholvergiftung führt nicht nur zur Einschränkung der Akkommodation (Fähigkeit des Auges, sich auf unterschiedliche Distanzen einzustellen) und des Sehens (auch Doppelsehen), sondern auch zu roten Augen und einer Schädigung des Sehnervs. Ein einmaliger erhöhter Alkoholkonsum kann eine Migräne mit Lichtblitzen verursachen. Der Genuss von Nikotin hat einen sehr ungünstigen Einfluss auf das Wohlbefinden der Augen, dies besonders bei allen Gefässerkrankungen (Bluthochdruck, Cholesterin). Zudem ist die Gefahr einer Makuladegeneration und des grauen Stars (Katarakt) erhöht.

Drogen

Auch bei der Einnahme von illegalen Drogen kann das Sehen erheblich eingeschränkt werden. Marijuana verursacht nicht nur Halluzinationen, sondern auch rote Augen und erweiterte Pupillen. Kokain kann zu Infektionen an der Hornhaut führen. Eine durch das Kokain erfolgte „Anästhesie des Auges" sorgt dafür, dass Verletzungen an der Hornhaut oft nicht bemerkt werden und sich dann sogar Narben bilden können. Im schlimmsten Fall wird das Sehen durch die Narbe erheblich eingeschränkt. Intravenös zugeführte Drogen können zu einer Ablagerung an der Netzhaut führen und damit die Durchblutung in der Netzhaut verringern. Dies hat zur Folge, dass es zu massiven Schäden und damit zu Sehverlusten kommt. Amphetamine (Speed, Pep) sind synthetisch stimulierende Drogen, die einen grossen Einfluss auf die Akkommodationsfähigkeit (Fähigkeit des Auges, sich auf unterschiedliche Distanzen einzustellen) haben. Die Pupillen sind stark erweitert und dadurch besteht die Gefahr des grünen Stars (Glaukom). Sehverlust, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen sind Symptome für den grünen Star und sind ein Notfall!

Adresse

Hecht Contactlinsen GmbH
Dorfstrasse 2-4
79280 Au bei Freiburg
Baden-Württemberg
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